
Der Trendreport Puls der Pflege 2025 liefert klare Zahlen: Fast jede zweite Pflegefachperson in der Schweiz denkt über einen Stellenwechsel nach, Gründe sind Personalmangel, psychische Belastung und fehlende Wertschätzung. Rund 40 Prozent beenden ihre Karriere sogar vor der Pensionierung. In der Betreuung zeigt eine europaweite Trendstudie 2025 ein ähnliches Bild: Fast die Hälfte der Fachkräfte in Pflege- und Sozialberufen nennt Stress und Arbeitsbelastung als Hauptgrund für einen Ausstieg.
Diese Realität prägt eure Teamtage. Solche Tage sind keine Nebensache, sondern einer der wenigen Momente im Jahr, in denen ein Team wirklich zusammenkommt, statt aneinander vorbeizuarbeiten.
Ich kenne diese Realität von innen. Ich arbeite als Teamleiter der Kerzenmanufaktur beim VZE und habe in dieser Rolle selbst etliche Fortbildungen besucht. Das meiste davon war gut gemeint, trotzdem dachte ich oft: Wir reden nur über unsere Arbeit, wir üben sie nicht. Die Belastung aus den Studien redet niemand einfach weg. Aber man kann trainieren, wie man ihr im Moment begegnet.
Was Teams wirklich beschäftigt
Die Studienlage zeigt drei Dauerbrenner, die fast jedes Team in Kita, Heim, Pflege oder Sozialarbeit beschäftigen.
Erstens frisst der Zeitdruck die Beziehungsarbeit auf. Eine Untersuchung von Unia und der Fachhochschule Südschweiz zur stationären Langzeitpflege beschreibt das genau: Beziehungsarbeit bildet das Fundament guter Pflege, wird aber bei Finanzierung und Arbeitsorganisation ignoriert. 69 Prozent der Befragten gaben an, ihr Arbeitstempo nicht selbst bestimmen zu können. Genau so entstehen Momente, in denen das Zuhören zur Nebensache wird, obwohl es das Wichtigste wäre.
Zweitens belasten kurzfristige Personalausfälle die Teams enorm. Fehlen zwei Kolleginnen wegen Krankheit und ist die Springer-Stelle unbesetzt, bleibt die zusätzliche Arbeit an denen hängen, die da sind. Freundlich zu bleiben, wenn eigentlich nichts mehr geht, ist dann keine Frage der Technik, sondern der Haltung.
Drittens leiden viele Fachkräfte unter fehlender Wertschätzung und dem Gefühl, allein gelassen zu werden. Mehrere aktuelle Schweizer Studien nennen genau das als einen Hauptgrund für den Berufsausstieg, gleich nach der Arbeitsbelastung selbst.
Ein einziger Nachmittag löst diese drei Themen nicht. Aber ein Teamtag kann verändern, wie ein Team mit ihnen umgeht.
Wo ich ansetze: üben statt erklären
Genau bei diesen Momenten setze ich an, nicht mit Theorie und Folien, sondern mit dem Körper. Wir arbeiten an echten Situationen aus eurem Alltag, und ich bringe die passenden Übungen mit: wie du stehst, wenn jemand drückt, wie du atmest, bevor du antwortest, wie ein Nein klingt, das trägt, ohne hart zu werden.
Ich bin ausgebildeter Schauspieler und Regisseur. Aus dem Theater bringe ich Übungen mit, die spielerisch sind und die Situation trotzdem ernst nehmen. Keine Bühne, keine Vorführung, niemand muss etwas vorspielen. Geübt wird viel zu zweit und alle gleichzeitig, jede Übung ist freiwillig.
Der spielerische Zugang ist dabei kein Gag, er ist der Grund, warum es wirkt. Im Spiel probiert ein Team Lösungen aus, die im Sitzungszimmer unsichtbar bleiben würden. Kreativität heisst hier nicht Basteln, sondern: in einer festgefahrenen Situation einen neuen Weg finden.
Als Teamleiter kenne ich die Erwartungen, die auf so einem Tag lasten. Er muss auch für die Erschöpften im Team stimmen, für die, die innerlich schon halb draussen sind. Gerade für die.
Was das mit Resonanz zu tun hat
Der Name meiner Arbeit hat einen klaren Grund. Resonanz heisst: Ich höre auf das, was da ist, und antworte auf eine Weise, die nicht vorbereitet war, sondern aus dem Moment kommt. Genau das fehlt in vielen schwierigen Situationen im Berufsalltag, nicht weil das Wissen fehlt, sondern weil die Antwort im Kopf vorbereitet wird, während der Moment längst vorbei ist.
Wo keine Resonanz ist, entsteht Distanz. Das gilt zwischen Betreuungsperson und Klientin genauso wie im Team selbst. Diese Haltung lässt sich nicht erklären, sie lässt sich nur trainieren, und zwar nicht im Kopf, sondern im Körper. Genau das üben wir am Teamtag.
Wie so ein Teamtag aussieht
Ein Halbtag oder ein Ganztag, auf Wunsch auch länger oder als Serie. Ich komme zu euch, ein Raum mit freier Fläche genügt. Wir starten bei euren Situationen, nicht bei meinem Programm. Möglich ist auch ein Bergtag: Teamentwicklung im Gehen, dort, wo Rhythmus und Stille die Arbeit machen.
Planst du gerade den nächsten Teamtag und suchst nach dem passenden Angebot für dein Team? Erzähl mir im Erstgespräch, wo es bei euch drückt.
